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Dein Einstieg in den Sommer

Seit mittlerweile 54 Jahren engagiert sich die habs queer basel für die Anliegen der queeren Community in Basel und darüber hinaus. Gegründet wurde der Verein ursprünglich als «Homosexuelle Arbeitsgruppen Basel» – zu einer Zeit, in der Sichtbarkeit, Sicherheit und Gleichberechtigung für viele Menschen der Community noch keine Selbstverständlichkeit waren. Mit der Namensanpassung im Jahr 2017 setzte die habs queer basel bewusst ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit und die Weiterentwicklung als gesellschaftspolitische Organisation.
 
Im Zentrum unserer Arbeit stehen seit jeher die Menschen unserer Community: ihre Geschichten, ihre Anliegen, ihre Gesundheit und das gemeinsame Miteinander!

Die vergangenen Jahre brachten für den Verein nicht nur schöne Momente, sondern auch Herausforderungen mit sich. Umso mehr freut es uns, dass sich das Vorstandsteam im Vereinsjahr 2026 neu aufstellen konnte. Aus drei engagierten Personen wurde ein fünfköpfiges Team mit neuen Ideen, unterschiedlichen Perspektiven und viel Motivation für die Zukunft der habs queer basel.
 
Auch gesundheitliche Themen bleiben innerhalb der Community wichtig. In dieser Ausgabe widmen wir uns deshalb DoxyPEP – einer Präventionsmethode, die derzeit international intensiv diskutiert wird. Welche Chancen bietet sie? Welche Risiken sehen Fachpersonen? Und was sagt die aktuelle Studienlage?
 
Darüber hinaus möchten wir auch den Blick auf unser gemeinsames Miteinander richten. Was verbindet uns als Community? Wo erleben wir Zusammenhalt – und wo entstehen zunehmend einzelne Gruppen innerhalb der LGBTQIA+ Gemeinschaft? Ein Thema, das zum Nachdenken, aber auch zum gemeinsamen Austausch einladen soll.
 
Natürlich darf auch das Gemeinschaftliche nicht fehlen: Unser neues Event-Team arbeitet bereits mit viel Engagement an kommenden Veranstaltungen, Begegnungen und neuen Ideen für das Vereinsjahr 2026.

Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen und bedanken uns herzlich für eure Unterstützung, eure Ideen und eure Zeit für die Community.


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habs queer basel im 2026

von Alessandro Wenger

Die Mitgliederversammlung der habs queer basel war in diesem Jahr ausserordentlich gut besucht. Zahlreiche Mitglieder fanden den Weg ins Parterre One – der bereits im vergangenen Jahr reservierte Saal stiess aufgrund des grossen Interesses beinahe an seine Kapazitätsgrenzen.
 
Im Rahmen der Versammlung wurden verschiedene richtungsweisende Entscheidungen getroffen. Unter anderem beschlossen die Mitglieder, den Mitgliederbeitrag unverändert zu belassen. Gleichzeitig wurde ein neuer Vorstand gewählt: Aus bisher drei Vorstandsmitgliedern entstand ein fünfköpfiges Team, das künftig unter dem Motto «jung, motiviert und divers» die Vereinsarbeit weiterführen wird.

Die Ressorts und Aufgabenbereiche innerhalb des Vorstands wurden bereits verteilt. Aktuell vakant bleibt einzig der Bereich IT und Systemadministration. Dieser wird derzeit durch den bestehenden Vorstand gemeinsam mit Unterstützung ehemaliger Vorstandsmitglieder betreut.

Personen mit Interesse an IT, Webseiten oder technischer Vereinsarbeit dürfen sich jederzeit gerne beim Vorstand melden. Jede Unterstützung hilft dabei, die Vereinsarbeit auch in Zukunft lebendig und zugänglich zu gestalten.


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DoxyPEP – Chancen und Risiken

von Fabian K. Eggimann
 
DoxyPEP beschreibt die Einnahme des Antibiotikums Doxycyclin nach sexuellem Kontakt mit dem Ziel, bakterielle sexuell übertragbare Infektionen zu verhindern. Internationale Studien zeigen, dass bei korrekter Anwendung insbesondere die Übertragung von Syphilis und Chlamydien teilweise deutlich reduziert werden kann. Dadurch wird DoxyPEP insbesondere für Menschen mit erhöhtem Risiko oder im Kontext sex-positiver Veranstaltungen zunehmend diskutiert.
 
Gleichzeitig bleibt die Methode wissenschaftlich umstritten. Anders als bei der HIV-PrEP wird mit DoxyPEP ein Breitbandantibiotikum eingesetzt, das gegen zahlreiche bakterielle Erkrankungen wirksam ist. Fachpersonen weisen deshalb darauf hin, dass ein breiter präventiver Einsatz langfristig zur Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien beitragen könnte.
Auch mögliche Nebenwirkungen sollten berücksichtigt werden. Dazu zählen unter anderem erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut sowie Magen-Darm-Beschwerden.
DoxyPEP sollte deshalb nicht leichtfertig oder ohne medizinische Beratung eingesetzt werden. Weitere Studien werden in den kommenden Jahren zeigen, wie Nutzen und Risiken langfristig zu bewerten sind.
 
Weiterführende Informationen finden sich unter anderem bei www.aids.ch.
 
Quellen und Studien:
– CDC: Doxycycline Post-Exposure Prophylaxis for STI Prevention (2023/2024)
– Luetkemeyer et al., DoxyPEP Trial, New England Journal of Medicine
, 2023
– Molina et al., ANRS DOXYVAC Study, The Lancet Infectious Diseases, 2023–2024
– Informationen von Aids-Hilfe Schweiz


© habs queer basel / Alessandro Wenger

Sind wir vereint – oder zunehmend vereinzelt?

von Alessandro Wenger
 
Es ist Samstagabend. Menschen aus unterschiedlichen Ländern stehen gemeinsam in einer Halle, lachen, diskutieren und warten gespannt auf den Beginn einer grossen Show. Für einen kurzen Moment spielen Herkunft, Sprache oder gesellschaftlicher Hintergrund keine Rolle mehr. Kurz vor Beginn wird es still – ein gemeinsamer Augenblick der Vorfreude.
 
So erleben viele Menschen den Eurovision Song Contest – auch in Basel, Wien oder an zahlreichen anderen Austragungsorten der vergangenen Jahrzehnte.
 
Der ESC war über viele Jahre weit mehr als nur ein Musikwettbewerb. Für zahlreiche Menschen der LGBTQIA+ Community wurde er zu einem Ort der Sichtbarkeit, des Zusammenhalts und der Hoffnung. Künstlerinnen und Künstler wie Dana International setzten Zeichen für gesellschaftliche Offenheit und stärkten die Sichtbarkeit von Transpersonen weit über die Musik hinaus.
 
Auch in früheren Jahrzehnten fanden queere Menschen ihren Platz auf der ESC-Bühne – oft in Zeiten, in denen gesellschaftliche Akzeptanz noch kaum vorhanden war. Viele Künstlerinnen und Künstler lebten ihre Identität damals im Verborgenen oder nur zwischen den Zeilen ihrer Kunst.
 
Über Jahrzehnte hinweg kämpfte die LGBTQIA+ Community gemeinsam für Sichtbarkeit, Sicherheit und gleiche Rechte. Viele Freiheiten, die heute selbstverständlich erscheinen, wurden von früheren Generationen mit grossem persönlichem Mut erkämpft.
 
Gerade deshalb stellt sich heute eine wichtige Frage: Wie gelingt es uns, trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten und Perspektiven weiterhin als Gemeinschaft zusammenzustehen?
 
Innerhalb der Community entstehen zunehmend Diskussionen, Spannungen und politische Meinungsverschiedenheiten. Unterschiedliche Identitäten, Bedürfnisse und Erfahrungen treffen aufeinander. Gleichzeitig erleben queere Menschen auch heute noch Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung – sei es im öffentlichen Raum, online oder im Alltag.
 
Ein Beispiel dafür zeigte ein kürzlich medial behandelter Fall von Gewalt gegen homosexuelle Männer im Zusammenhang mit Online-Dating-Plattformen. Solche Ereignisse erinnern daran, dass gesellschaftliche Akzeptanz weiterhin keine Selbstverständlichkeit ist.
 
Vielleicht ist gerade deshalb der gegenseitige Dialog wichtiger denn je. Nicht gegeneinander, sondern miteinander. Nicht in Konkurrenz der einzelnen Buchstaben, sondern als vielfältige Gemeinschaft mit gemeinsamen Werten.
 
Mit Blick auf die kommende Pride-Saison möchten wir deshalb daran erinnern: Vielfalt bedeutet nicht Spaltung. Gemeinsamkeit entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, diskutieren und füreinander einstehen.
 
Quellen und weiterführende Informationen:
– Geschichte des Eurovision Song Contest
– Informationen zu Dana International
– Medienberichte zu queerfeindlicher Gewalt in der
Schweiz

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Neue Räume, neue Ideen, neue Begegnungen

 von Fabian K. Eggimann


Ein wichtiger Bestandteil der habs queer basel waren seit jeher die Gesprächsgruppen und offenen Begegnungsräume für Menschen der queeren Community. Viele dieser Treffen, aber auch zahlreiche Sitzungen, Diskussionen und spontane Gespräche finden im habs Büro im Hirschi statt. Das Büro ist damit weit mehr als nur ein organisatorischer Ort – es ist ein Raum für Austausch, Unterstützung und Gemeinschaft.
 
Um diesen Charakter weiter zu stärken, wurde im vergangenen Winter gemeinsam aufgeräumt, neu organisiert und das Büro offiziell zum rauchfreien Raum erklärt. Ziel war und ist es, eine offene, angenehme und sichere Atmosphäre für alle Besucherinnen und Besucher zu schaffen.
 
Mit dem Frühling kamen weitere kleine Neuerungen hinzu: Eine Kaffeemaschine sowie verschiedene Getränke stehen inzwischen zum Selbstkostenpreis bereit. Damit möchten wir bewusst dazu einladen, das Büro nicht nur für Sitzungen zu nutzen, sondern auch für spontane Gespräche, gemeinsames Zusammensitzen oder einen kurzen Austausch zwischendurch.
 
Parallel dazu hat sich innerhalb der habs queer basel ein neues Veranstaltungsteam gebildet. Lea Nina, Angelina und Fabian koordinieren künftig gemeinsam Veranstaltungen, interne Treffen und neue Ideen rund um das Vereinsleben. Ziel ist es, bestehende Formate weiterzuentwickeln und gleichzeitig neue Begegnungsmöglichkeiten innerhalb der Community zu schaffen.
 
Erste Planungen umfassen unter anderem Gesellschaftsspielabende, kleinere Brunches im Büro oder gemeinsame Besuche von Veranstaltungen in Basel und der Region. Informationen dazu werden künftig regelmässig über Instagram sowie den Newsletter veröffentlicht.

Darüber hinaus möchten wir den gemeinschaftlichen Gedanken weiter stärken: Geplant sind unter anderem gemeinsame Grillabende, Rheinschwimmen, Apéros oder Besuche von Veranstaltungen wie Basel tickt bunt, dem Jungle Groove oder verschiedenen Pride-Anlässen in der Schweiz.
 
Im Mittelpunkt steht dabei vor allem eines: Menschen zusammenzubringen. Neue Mitglieder kennenzulernen, bestehende Kontakte zu vertiefen und queere Räume in Basel gemeinsam lebendig zu gestalten.
 
Wer Ideen, Rückmeldungen oder Lust zur Mithilfe hat, darf sich jederzeit gerne beim Vorstand oder beim neuen Event-Team melden. Wir freuen uns über jede Unterstützung und jede neue Begegnung.

Kontakt:
vorstand@habs.ch
events@habs.ch


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Die Party fängt erst an

Das neue Event-Team der habs queer basel arbeitet bereits mit viel Motivation an kommenden Veranstaltungen und gemeinschaftlichen Anlässen für das Vereinsjahr 2026. Mit diesem neuen Newsletter-Abschnitt möchten wir euch künftig regelmässig über Veranstaltungen, Treffen und Projekte informieren.
 
Queerstück
Den Auftakt macht am 24. Mai 2026 der erste habs Brunch. Gemeinsam möchten wir den Morgen bei Kaffee, Zopf und guten Gesprächen verbringen. Kaffee, Orangensaft und Zopf werden von der habs queer basel organisiert. Weitere Essenswünsche dürfen gerne selbst mitgebracht werden.

Wir freuen uns über deine Anmeldung per E-Mail oder auf Instagram
 
Meeting Point
Auch der monatliche Meeting Point an der ZischBar. bleibt ein wichtiger Treffpunkt für gemütliche Gespräche und neue Begegnungen innerhalb der Community. Die nächste Ausgabe findet am 2. Juni 2026 statt. Egal ob langjähriges Mitglied oder neue Person – alle sind herzlich willkommen.

Die Daten des Meeting Point.
 
Pink Molecules
Ein besonderes Jubiläum feiert zudem Pink Molecules. Die Organisation wurde am 16. Juni 2001 gegründet und engagierte sich viele Jahre für die Gleichstellung und Sichtbarkeit queerer Mitarbeitender in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Zum 25-jährigen Jubiläum laufen bereits erste Vorbereitungen für entsprechende Feierlichkeiten.
 
Weitere Informationen finden sich unter Pink Molecules
 
Pride Saison 2026
Mit dem Juni beginnt ausserdem wieder die Pride-Saison. In zahlreichen Städten finden Demonstrationen, Kulturveranstaltungen und Begegnungen statt. Auch Basel wird am 27. Juni 2026 erneut Teil dieser Bewegung sein. Gemeinsam mit dem Team von Basel tickt bunt wird die habs queer basel mit einer eigenen Umzugsgruppe an der Pride teilnehmen.
 
Weitere Informationen dazu folgen in den kommenden Wochen über Instagram und im nächsten Newsletter.
 
Wir freuen uns auf viele gemeinsame Begegnungen mit euch.


Verantwortlich für den Newsletter: Alessandro Wenger

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