NEWSLETTER JANUAR 2026![]() Wenn du Schwierigkeiten hast, dich bei allem, was in der Welt passiert, auf irgendetwas zu konzentrieren, mach dir keine Sorgen, du bist nicht allein. Auch unser habs-Vorstand muss sich manchmal Zeit nehmen, um sich zu distanzieren und sich um sich selbst und seine Liebsten zu kümmern. Gleichwohl gibt es weltweit entscheidende Entwicklungen in Bezug auf die Rechte queerer Menschen. Die habs versucht darauf – wenn die nötigen Kapazitäten vorhanden sind – adäquat zu reagieren. Beginnen wir aber mit dem verspäteten Rückblick auf 2025, dessen Nachwehen jetzt im Januar zum Ausbruch kamen: Der Rücktritt von Lea Blattner als Ko-Präsidentin der jungen EVP aufgrund langjähriger, homophober Anfeindungen gehört ebenso dazu wie die Revolution im Iran. 2025 war auch sonst ein herausforderndes Jahr. Kriege, Verunsicherungen, unkalkulierbare Politiker*innen und Politik, schlechte Konjunktur und global vermehrte Angriffe auf die LGBTIQ+-Community – boten wahrlich keine Zeit für grossen Optimismus. Dennoch dürfen wir die «kleinen» und grossen Errungenschaften bei all den Negativ-News nicht übersehen. Um nur einige zu nennen: ![]() Der US Supreme Court bestätigte 2025 seinen Entscheid im Fall Obergefell v. Hodges von 2015. Damit dürfen in den USA Bundesstaaten gleichgeschlechtlichen Paaren den Zugang zur Ehe weiterhin nicht verweigern und müssen in anderen Staaten geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen anerkennen. Dieser Entscheid war ein Lackmustest innerhalb des ganzen anti-LGBTIQ+- Backlashs der Trump-Administration, und es stimmt zuversichtlich, dass auch in den USA nicht alles hauruckmässig umgekrempelt werden kann. ![]() In der EU bedeutete 2025 politisch, dass sie sich mit ihrer neuen LGBTIQ Equality Strategie explizit als globaler Akteur für LGBTIQ‑Rechte positioniert und Gleichstellung mit demokratischer Resilienz verknüpft hat, während sie gleichzeitig intern stärker gegen offene Verletzungen von LGBTIQ‑Rechten in Mitgliedstaaten – wie etwa Ungarn – vorgeht. Zudem entschied am 25. November 2025 der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Fall Cupriak‑Trojan und Trojan / Wojewoda Mazowiecki, dass alle EU-Mitgliedstaaten gleichgeschlechtliche Ehen, die in einem anderen EU‑Land rechtmässig geschlossen wurden, anerkennen müssen – unabhängig davon, ob sie – wie etwa in Polen – selbst die Ehe geöffnet haben. Das ist ebenfalls ein bedeutender Erfolg, auch wenn die Utopie «der Ehe für alle überall» nie erreicht werden wird. ![]() Und in Basel waren 2025 besonders drei Dinge wichtig für die LGBTIQ‑Community: das Inkrafttreten eines explizit für LGBTIQ-Menschen revidierten kantonalen Gleichstellungsgesetzes samt Fördergeldern, der Eurovision Song Contest als Bühne für queere Sichtbarkeit und Debatten, und das grosse Pride‑Festival „Basel tickt bunt!“. Für die habs queer basel war 2025 erfreulich, weil sie die neue Gesprächsgruppe für Menschen mit HIV aktiviert hat, da ein solches Angebot bisher in dieser Stadt fehlte. Auch freut sie sich darüber, dass die Treffen für Expats und der neu angebotene MEETING POINT grossen Anklang finden. Zudem hat der Vorstand erfolgreich mit Queer Altern und der AHbB einen Vorprojektantrag für einen Queeren Space bewilligt bekommen, was uns alle anspornt, weiterhin für die gesamte queere Community zu denken und uns einzusetzen, auch wenn einzelne lieber abgespaltet, zersplittert und in Mikrostrukturen ihre eigenen Süppchen kochen. Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam und im Verbund über die Generationen und Identitäten hinweg weiterkommen als in Splittergruppen. Diversifizierung ist in Zeiten des politischen Backlashs ein Luxus, den man sich in gefahrlosen Zeiten gut leisten kann, der aber unter Druck Kräfte unnötig bindet. Deshalb haben wir auch am 21. Januar in die Heimat zum Neujahrspero eingeladen: Die Prominenz ist gekommen … ![]() Ömer, Andrij, Thomas von „Basel tickt bunt!“ ![]() Sim Eggler von der kantonalen Abteilung Gleichstellung und Diversität und Ueli von MMM – mit Blanche auf dem Arm Und schliesslich hat der Vorstand die Nachfolgeregelung für die beiden Alten und seine Erweiterung mit Alessandro Wenger, Lea Blattner und Fabian Eggimann erfolgreich gelöst. Die drei werden im März-Newsletter vorgestellt. Ein Wunsch ist allerdings noch offen: Die IT-Spezialistin bzw. der IT-Spezialist liessen sich nicht finden. Wir bleiben dran und nerven weiterhin auf unserem Instagram-Kanal. Und wichtig ist: dass wir uns immer wieder Zeit für die Menschen und Anliegen nehmen, die uns am Herzen liegen, im Freundes- und Familienkreis – und dass wir nicht vergessen, jenen zu danken, die sich immer wieder für unsere Rechte einsetzen. Lokal, regional, national. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, auch wenn das all die Kritiker*innen, die nur aufmucken, wenn ihnen mal was nicht passt, scheinbar völlig übersehen. Natürlich gibt es auch immer wieder Enttäuschungen: So etwa am 14. Januar, als im Grossen Rat die gesamte SP geschlossen zusammen mit der SVP gegen das Budgetpostulat von Johannes Sieber (GLP), die queere Community an das Projekt «Halt Gewalt» anzuknüpfen, ablehnte, während von der EVP 4 Stimmen dafür kamen und die Grünen, BastA und die GLP geschlossen dafür gestimmt haben… Beachtlich ist der SP-Vorgang deshalb, weil Sim Eggler von der Abteilung Gleichstellung und Diversität noch im Dezember 2025 klar kommuniziert hat: «Von Seite Fachstelle Gleichstellung kann ich sagen, dass häusliche, sexualisierte und andere Formen von Gewalt in queeren Konstellationen ein wichtiges Thema ist, das immer noch tabuisiert und zu wenig bearbeitet ist.» Positiv am Vorstoss von Johannes ist hingegen, dass die Diskussion nicht abgeschlossenen ist und dass die Vorsteherin vom JSD (Stephanie Eymann; LDP) am Thema interessiert ist. So, und nun noch zwei Hinweise: ![]() Die queeren Dachorganisationen haben gemeinsam eine neue Broschüre zu queerer Elternschaft herausgegeben. Die Broschüre findet ihr hier oder könnte dies bei Pink Cross bestellen Regenbogenfamilien : Pink Cross. Es gibt ebenfalls gedruckte Exemplare auf der kantonalen Fachstelle Gleichstellung und Diversität. Die Broschüre wurde von den Baslern gemeinsam mit den Fachstellen Gleichstellung der Städte Bern, Luzern und Zürich finanziell unterstützt. Aktualisierte Broschüre «LGBTIQ Meine Rechte»: Vielen kennen sie, die Broschüre, die über die rechtliche Situation zu LGBTIQ-Themen in der Schweiz informiert. Nun wurde sie aufgrund von gesetzlichen Änderungen aktualisiert. Ihr findet die Broschüre hier oder könnt sie hier bestellen. Gedruckte Exemplare gibt es auch auf der Fachstelle am Marktplatz 30a. ![]() BITTE DER ZHAW Im Rahmen eines Forschungsprojekts „LGBTQ+ YOUTHPATH“ an der ZHAW – Institut für Public Health wird untersucht, wie junge Menschen (18–25 Jahre) – sowohl queere als auch cis-hetero – das Schweizer Gesundheitssystem erleben. Das Ziel ist, praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen, um die Gesundheitsversorgung langfristig für alle jungen Erwachsenen inklusiver und bedarfsgerechter zu gestalten. Warum das Thema wichtig ist: Studien zeigen, dass insbesondere junge LGBTQ+ Personen häufiger gesundheitliche Belastungen erleben und beim Zugang zur Versorgung auf Barrieren stossen. Mit unserer Forschung möchten wir sichtbar machen, was bereits gut funktioniert und wo Unterstützungsbedarf besteht, um konkrete Empfehlungen für eine inklusivere Gesundheitsversorgung für alle jungen Menschen zu entwickeln. Das Forschungsteam sucht aktuell Teilnehmende (LGBTQ+ sowie cis-hetero Personen im Alter von 18–25 Jahren), die bei dem Projekt mitmachen. Wie ihr das Projekt unterstützen könnt: Weitere Informationen zum Projekt 👉 www.zhaw.ch/de/forschung/projekt/77536 ![]() So, und nun freuen wir uns auf die vielen kommenden Events, unsere regelmässigen Angeboten auf: https://habs.ch/projekte/und die zahlreichen Partys und Veranstaltungen, die Du wie immer zuverlässig bei Gay Basel findest. ![]() Copyright © 2026 habs queer basel, All rights reserved. |









